März 2012: Unsere Pflanzen
Agave attenuata Salm-Dyck

Seit über drei Monaten blüht in der Eingangshalle Agave attenuata. Der beeindruckende, etwa 4 m lange Blütenstand spannt sich in einem eleganten schweifartigen Bogen über den Weg. Die nektarreichen, grünlich gelben Blüten stehen dicht an dicht und blühen nach und nach von unten nach oben auf. Der Blütenstand trägt mehrere hundert Blüten, insgesamt dürfte ihre Zahl nur wenig unter tausend liegen. Etwa 10 Jahre und länger benötigt die Pflanze, um zur Blüte zu gelangen; nach der Blüte stirbt die blütenstandstragende Rosette ab.


Der Blütenstand von Agave attenuata, Anfang Januar 2012


Basis des Blütenstands mit aufgeblühten Blüten

Der jetzige Blütenstand hat nur noch wenige Knospen. Wer die Blüten noch sehen will, muss sich beeilen und dem Gewächshaus in den allernächsten Tagen einen Besuch abstatten – oder möglicherweise ein ganzes Jahrzehnt auf die nächste Blüte warten.


Spitzenregion noch in Knospe, 20. März 2012

Agave attenuata wird gern als Zierpflanze kultiviert, da sie sich im Gegensatz zu anderen Agaven-Arten durch unbewehrte, weiche Blätter auszeichnet. Diese sitzen in Rosetten am oberen Ende von Stämmen, die bis zu anderthalb Meter hoch werden können. Die Art wird daher als Stammbildende Agave oder Drachenbaum-Agave bezeichnet. Bezug nehmend auf die Form des Blütenstands nennt man die Pflanze auch Schwanenhals-Agave, im englischen Sprachgebrauch findet man sie unter Lion’s Tail, Swan's Neck und Foxtail Agave.

Agave attenuata ist in Mexiko beheimatet. Samen gelangten im Jahr 1834 durch den belgischen Botaniker Henri-Guillaume Galeotti (1814 – 1858) nach Europa, genauer nach Kew Gardens, England. Die Agave findet sich verwildert auf Madeira und in Libyen.

Literatur
Gentry, H.S. 1982: Agaves of Continental North America. 1. Auflage
Genaust, H. 1996: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage
http://www.ars-grin.gov/cgi-bin/npgs/html/taxon.pl?5403

Fotos 1 - 2: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Text und Foto 3: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg