20. Mai 2012: Unsere Pflanzen
Pachypodium Lindl.

Die Gattung Pachypodium wurde 1830 von John Lindley begründet. Sie zählt zur Familie der Apocynaceae (Hundsgiftgewächse). Der Name setzt sich zusammen aus griechisch pachys = dick und griechisch podos = Fuß. Die Gattung wird daher im Deutschen auch bisweilen als „Dickfuß“ bezeichnet.
Die Namensgebung beruht auf dem charakteristischen Aussehen der Pflanzen. Es handelt sich teils um kleinwüchsige Arten mit kurzen knollig verdickten Stämmen, teils um mehrere Meter hohe dickstämmige Bäume. Erstere Wuchsform bezeichnet man als caudiciform (knollenbildend), zweitere als pachycaul (stammbildend); man spricht auch von Tonnenstämmen.

Die Dickfuß-Arten sind attraktive, oft bizarr wachsende Stammsukkulenten, die als Zierpflanzen und bei Sukkulentenliebhabern begehrt sind. Von großer Schönheit sind die Blüten der Pachypodium-Arten, die sehr lang gestielt sein können und weiß, gelb, rot oder rosa bis purpur gefärbt sind. Insgesamt gibt es laut Sukkulentenlexikon (Eggli 2002) 14 Arten, manche davon mit einigen Varietäten, und zwei interspezifische Hybriden.

Die Heimat der Gattung Pachypodium liegt schwerpunktmäßig auf Madagaskar, vier Arten sind in Südafrika heimisch. Alle Arten sind Bewohner von Trockengebieten. Anpassungen an das Überleben langer Trockenperioden und Wassermangel sind – neben der Wasserspeicherung im Stamm – das Abwerfen des Laubs zu Beginn der Trockenzeit.
Der Stamm der meisten Arten ist als Schutz gegen Tierfraß dornenbewehrt; von manchen Arten weiß man auch, dass sie giftig sind. So wurde das südafrikanische Pachypodium lealii, zur Herstellung von Pfeilgift genutzt. Der herzwirksame Giftstoff, das „Pachypodin“ hat digitalisähnliche Wirkung. Von Pachypodium lamerei, der sogen. Madagaskarpalme, heißt es, dass in manchen Gegenden Madagaskars das Mark der Pflanzen in kleine Stücke geschnitten wird, um damit das Gesicht zu erfrischen. Es soll ein zartes Aussehen verleihen (nach Roth et al., Giftpflanzen, 994).

Im Botanischen Garten München-Nymphenburg werden etwa 10 Arten sowie diverse Varietäten kultiviert. Zur Blütezeit werden Pachypodium-Arten vor allem in Haus 5 ausgestellt; mehrere Exemplare von Pachypodium lamerei sind in Halle C (Afrika- und Madagaskarhaus) ausgepflanzt. Eine kleine Pachypodium-Ausstellung wird beim diesjährigen Internationalen Museumstag (20. Mai 2012) gezeigt.


Pachypodium succulentum, Südafrika (Kapgebiet)


Pachypodium densiflorum, Madagaskar

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg