Anfang Mai 2013: Unsere Pflanzen
Malus sylvestris

Wilder Apfelbaum, Holz-Apfelbaum

Im Arboretum, in Feld 11, unweit des Cafés gelegen, kommt gerade einer der mittlerweile seltensten Bäume unserer heimischen Flora zur Blüte, der Holz- oder Wild-Apfelbaum. An Boden und Klima stellt er keine besonderen Ansprüche, aber zum Gedeihen benötigt er sonnige Waldränder, Waldlichtungen oder lichte Laub- und Kiefernwälder. Wegen seines hohen Lichtbedarfs und der geringe Wuchshöhe von höchstens 7 bis 10 m setzt sich der Holz-Apfelbaum gegen Konkurrenten nur schwer durch.


Malus sylvestris, ein wenig auffälliger Baum im Arboretum, am Südrand von Feld 11


Malus sylvestris, Blüten und Knospen

Malus sylvestris wächst sowohl in kalten, als auch warmen, trockenen Klimaten und kommt in ganz Europa mit Ausnahme der allernördlichsten Bereiche vor; im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis zum Ural. Auf Grund seiner hohen klimatischen Widerstandsfähigkeit wird der Holz-Apfelbaum seit altersher als Pfropfunterlage für den (Kultur-)Apfelbaum, Malus domestica, verwendet.

Die gelbgrünen, sonnenseitig oft etwas geröteten Früchte des Holz-Apfelbaums sind von kugeliger Gestalt und haben einen Durchmesser von 2 bis 4 cm. Sie schmecken herb bis süßsauer und zusammenziehend. In früheren Zeiten spielten sie in der Ernährung eine Rolle und wurden bereits in der Jungsteinzeit verwendet. So fand man in Pfahlbausiedlungen größere Mengen an getrockneten, ganzen oder halbierten Holz-Äpfeln, die in Tongeschirren aufbewahrt worden waren.


Holz-Äpfel, die Früchte von Malus sylvestris.

Malus sylvestris (L.) Mill. zählt zur Familie der Rosaceae. Die Art wurde heuer zum Baum des Jahres ausgerufen.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Aktion „Baum des Jahres“ wurde im Botanischen Garten Anfang Mai 2013 von Reviergärtner Andreas Stadlmayer ein weiterer Holz-Apfelbaum im Arboretum gepflanzt. Der junge Baum ist – vermittelt durch Herrn Volkmar Zimmer, Germering – ein Geschenk des Museums der Gartenkultur in Illertissen.


Vorbereitung der Pflanzaktion durch den Reviergärtner des Arboretums.


Einsenken ins Pflanzloch durch Herrn Zimmer


Angießen des frisch gepflanzten jungen Holz-Apfelbaums

Literatur

Hanelt, P. 2001: Mansfeld’s Encylopedia of Agricultural and Horticultural Crops. 1. Auflage.
Hegi, G.: Illustrierte Flora von Mittel-Europa, Band IV, 2. Teil.
Krüssmann, G. 1977: Handbuch der Laubgehölze. – 2. neubearb. Auflage

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg