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Botanischer Garten München-Nymphenburg

25. April 2006: Unsere Pflanzen

Ranunculus ficaria

Zur Familie der Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse) zählt Ranunculus ficaria (syn. Ficaria verna), das Scharbockskraut, auch als Feigwurz bekannt. Die formenreiche Art ist in Europa weit verbreitet und örtlich sehr häufig. Sie findet sich auf feuchten Wiesen, in Gebüschen und lichten Laubwäldern und gedeiht in Mittelgebirgen bis 1000 m, in den Alpen bis 1400 m Höhe.

Die Bezeichnung Feigwurz rührt von Feigwarze her und bezieht sich auf kleine, warzenartige, bräunliche Knöllchen (etwa 0,5 cm im Durchmesser), die unter- und oberirdisch in den Blattachseln entstehen. Diese Brutknöllchen, fachsprachlich Bulbillen genannt, dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung. Sie wurden früher als Mittel gegen Warzen verwendet.

Das Scharbockskraut kann jung als Salat oder Gemüse verwendet werden. Die vitaminhaltige, sehr früh im Jahr erscheinende Pflanze diente früher als Heilmittel gegen Scharbock, den Skorbut, wie die durch Vitamin-C-Mangel hervorgerufene Krankheit früher genannt wurde. Die Verwendung des Scharbockskraut ist allerdings nur vor Erscheinen der Blüte unbedenklich.

Zur Blütezeit und später wird es im Geschmack brennend scharf und ist zudem giftig! Neben unbekannten Stoffen ist es das Protoanemonin aus der Stoffgruppe der Lactone, das toxisch (giftig!) wirkt. Es führt zur Reizung von Schleimhäuten, Nieren und Harnwegen. Bei Einnahme größerer Mengen kommt es zunächst zu Erregung und schließlich zur Lähmung des Zentralnervensystems.

Im Botanischen Garten München-Nymphenburg als einheimische Wildpflanze auf den Wiesen zu finden.

 

Ranunculus ficaria

An den gelben glänzenden Blüten und den nieren- oder herzförmigen Blättern ist der Frühjahrsblüher Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) leicht zu erkennen. Blütezeit: März bis Mai

 

Literatur (Auswahl):

AICHELE, D., SCHWEGLER, H.-W. 2004: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 2. 2.Aufl.

HEGI, G. 19XX: Illustrierte Flora von Mittel-Europa. Band III. 1. Aufl.

KLUGE, F. 1989: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Aufl.

ROTH, L., DAUNDERER, M., KORMANN, K. 1994: Giftpflanzen – Pflanzengifte. 4. Aufl.

 

 

Foto: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Aufnahmedatum: 25. April 2006

Text: Ehrentraud Bayer

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