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Botanischer Garten München-Nymphenburg

15. Mai 2006: Unsere Pflanzen

Chelidonium majus

Zur Familie der Papaveraceae (Mohngewächse) zählt Chelidonium majus, das Schöllkraut.

Die häufig vorkommende Art ist in Europa und Asien weit verbreitet; nach Nordamerika wurde sie eingeschleppt. Sie gedeiht auf nährstoff- und stickstoffreichen Böden und findet sich daher oft im Umkreis menschlicher Siedlungen, dort an Wegrändern, Zäunen und auf Schuttplätzen; sonst an Waldrändern und in Auelandschaften, gern an etwas beschatteten Standorten. Steigt in den Alpen bis etwa 1700 m Höhe.

Die Bezeichnung Schöllkraut ist eine bereits im Althochdeutschen erfolgte Umformung von Chelidonium, dem heutigen wissenschaftlichen Gattungsnamen. Griechisch "chelidon" bedeutet "Schwalbe". Der bereits von DIOSKURIDES (1. Jhdt. n. Chr.) verwendete Name bezieht sich vermutlich darauf, daß die Pflanze zur Zeit des Eintreffens der Schwalben blüht.

Typisch für das ausdauernde, etwa 50 cm hohe Schöllkraut ist der orange-gelbe Milchsaft, der bei Verletzungen austritt. Daher rühren auch Bezeichnungen wie Milchkraut, Hexenmilch oder Goldkraut. Der Milchsaft wurde früher häufig zur Behandlung von Hautausschlägen, Kopfschuppen und Warzen verwendet; angeblich sollte die Pflanze auch bei Augenkrankheiten wirken. Auf diese Nutzung weisen weitere Namen wie Warzenkraut, Krätzenblume und Schielkraut hin. Der Milchsaft ist allerdings ebenso wie alle anderen Pflanzenteile durch den Gehalt an Chelidonin, Chelerythrin und anderen Alkaloiden stark giftig. Wird die unangenehm schmeckende Pflanze verzehrt, was selten vorkommt, sind unter anderem Benommenheit, Lähmungen und Herzrhythmusstörungen die Folge.

Schöllkraut wurde bereits in der Antike von Griechen und Römern als Heilpflanze geschätzt. Heute wird es in der Homöopathie und in der Medizin auf Grund seiner entzündungshemmenden und muskelentspannenden Eigenschaften genutzt.

Im Botanischen Garten München-Nymphenburg in der Nutzpflanzenabteilung im Freiland zu finden.

 

Chelidonium majus 1

Leicht zu erkennen ist das Schöllkraut (Chelidonium majus) an seinen vierteiligen goldgelben Blüten. Die gesamte Pflanze führt einen orange-gelben Milchsaft.

 

Chelidonium majus 2

Typisch sind außer den goldgelben Blüten auch die fiederteiligen, gelappten Blätter des Schöllkrauts (Chelidonium majus), die an der Unterseite graugrün gefärbt sind.

 

Literatur (Auswahl):

AICHELE, D., SCHWEGLER, H.-W. 2004: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 2. 2.Aufl.

HANELT, P. (Hrsg.) 2001: Mansfeld’s Encyclopedia of Agricultural and Horticultural Crops, 1. engl. Aufl.

HEGI, G. 1958: Illustrierte Flora von Mittel-Europa. Band IV, 1. 2. Aufl. neubearb. v. F. MARKGRAF

ROTH, L., DAUNDERER, M., KORMANN, K.1994: Giftpflanzen – Pflanzengifte. 4. Aufl.

 

 

Fotos: Anja Holbaum, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Aufnahmedatum: 10. Mai 2006

Text: Ehrentraud Bayer

© 2006 Botanischer Garten München-Nymphenburg Zum Seitenanfang.