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Botanischer Garten München-Nymphenburg

25. Mai 2006: Unsere Pflanzen

Convallaria majalis

Convallaria majalis L.

In lichten Laubwäldern, auf frischem lehmigen, bevorzugt kalkreichem Grund gedeiht das Maiglöckchen, Convallaria majalis. Es kommt meist in dichten, ausgedehnten Beständen vor. Man findet es in ganz Europa, in Nordasien und in Nordamerika. In Deutschland steht das Maiglöckchen unter Naturschutz.

Typisch für die Art sind die elliptischen, parallelnervigen Blätter und der unbeblätterte, einseitswendige, traubige Blütenstand. Die weißen, glockigen, nickenden Blüten strömen den bekannten Maiglöckchenduft aus. Die Blütezeit liegt in den Monaten Mai und Juni. Die Früchte, leuchtend rote, etwa erbsengroße Beeren, entwíckeln sich im Hochsommer.

Die gesamte Pflanze, einschließlich des dünnen, verzweigten Wurzelstocks (Rhizom), ist stark giftig. Sie enthält herzwirksame, toxische (giftige!) Glykoside, wie z.B. das gut wasserlösliche Convallatoxin. Die Giftstoffe werden trotz der Wasserlöslichkeit jedoch nur in geringem Maße (etwa 10%) aus dem Verdauungstrakt aufgenommen, so daß es selten zu schweren Vergiftungsfällen kommt.

In der Volksmedizin wurde das Maiglöckchen früher als Heilpflanze verwendet. Unter anderem wurden in Essig oder Wein angesetzte Blüten gegen Kopfschmerzen eingenommen. In der Homöopathie wird Maiglöckchen heute bei nervösen Herzstörungen und bei Herzschwäche eingesetzt.

Die im deutschen Sprachraum verwendeten Bezeichnungen wie Maiglöckchen, Maiblume, Mairösla, Maischellchen nehmen auf die Blütezeit Bezug. In alten botanischen Werken heißt die Pflanze noch Lilium convallium, Lilie der Täler (lateinisch vallis = Tal). Man erkennt diesen Namen im englischen lily of the valley oder im französischen lis des vallées wieder. Convallaria majalis gehört zur Familie der Convallariaceae (Maiglöckchengewächse), die als eigene Familie aus den Liliaceae (Liliengewächsen) herausgenommen wurde.

 

Convallaria majalis 1

Convallaria majalis in der Nutzpflanzenabteilung im Freiland des Botanischen Gartens.

 

Convallaria majalis 2

Convallaria majalis. Charakteristisch sind die breitglockigen, herabhängenden Blüten; die Staubblätter und der Blütenstaub werden so vor Nässe geschützt.

 

Literatur (Auswahl):

AICHELE, D. und SCHWEGLER, H.W. 2000: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 5. 2. Auflage.

HEGI, G.: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 2.

ROTH, L., DAUNDERER, M. und KORMANN, K. 1994: Giftpflanzen - Pflanzengifte. 4. Auflage.

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Aufnahmedatum: 15. Mai 2006

Text: Ehrentraud Bayer

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