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Botanischer Garten München-Nymphenburg

3000 Schritte (Archiv-Daten)

Der Botanische Garten beteiligt sich im Rahmen der "Woche der Botanischen Gärten" am Sonntag, dem 18. Juni 2006, an der deutschlandweiten Aktion des Bundesgesundheitsministeriums "3000 Schritte - ein Spaziergang im Botanischen Garten". Diese Aktion steht im Rahmen der bundesweiten Kampagne "Deutschland wird fit. Gehen Sie mit". Diese Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums wurde bereits im Mai 2005 gestartet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Bewegung und Gesundheit. Der Bewegungsmangel ist in Deutschland nämlich mittlerweile zu einem Problem geworden. Die Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums (siehe Neues Fensterwww.die-praevention.de) zeigt mit gut nachvollziehbaren Vorschlägen, wie einfach es ist, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.

Wie gut sich auf einem Spaziergang durch den Botanischen Garten Bewegung mit Naturerlebnis und botanischer Bildung verbinden läßt, wird allen Interessierten gezeigt, die sich am Sonntag um 11.00 Uhr vor dem Gewächshauseingang einfinden. Von dort aus erfolgt der Aufbruch zu einem geführten 3000-Schritte-Spaziergang. Der Spazierweg geht durch die interessantesten und derzeit schönsten Gartenbereiche im Freiland, wie Irisgarten, Nutzpflanzenabteilung, System, Rhododendronhain, Farnschlucht, Alpinum, Arboretum, Schmuckhof und ökologische Abteilung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten einen Neues FensterGartenplan, auf dem die Route eingezeichnet ist. Bei den wichtigsten Punkten wird haltgemacht und auf botanische Besonderheiten hingewiesen.

Der Spaziergang endet - für alle, die sich stärken wollen oder müssen - am Café. Speziell zum Aktions-Sonntag wird dort ein kreislaufstärkendes, erfrischendes und Vitamin-C-haltiges Getränk angeboten: Prosecco mit Fruchtmark aus frischem Obst. Wer will, kann sich auch einen gesunden Gemüsestrudel einverleiben.

Das Bundesgesundheitsministerium hat mehrere Schrittzähler zur Verlosung unter den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. An der Verlosung kann jeder teilnehmen, der einen Fragebogen (erhältlich am Informationsstand vor dem Gewächshaus) richtig ausfüllt und bis spätestens 14.00 Uhr am Informationsstand abgibt. Bis 15.00 Uhr werden die Gewinnerinnen und Gewinner ermittelt; die Schrittzähler können ab da am Informationsstand abgeholt werden. Wer keinen Schrittzähler gewinnt, erhält einen kleinen Trostpreis.

 

Plan

Übersichtsplan mit Vorschlag für einen 3000-Schritte-Spaziergang (blaue Führungslinie)
Neues FensterEtwas größerer Plan

 

Der 3000-Schritte-Spaziergang beginnt vor dem Gewächshaus. Man erreicht es bequem über den Haupteingang, Menzinger Straße 65. Anfahrt am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Trambahnlinie 17 oder Bus 143, Haltestelle "Botanischer Garten".

Blick vom Haupteingang zum Gewächshaus

Bild 1: Blick vom Haupteingang zum Gewächshauseingang (links, mit Uhr)

Zunächst geht es zum Alpinenhaus. Dort werden alpine Pflanzen und blühende Geophyten (Zwiebel- und Knollenpflanzen) aus aller Welt ausgestellt.

Alpinenhaus

Bild 2: Alpinenhaus

Stellvertretend für die im Alpinenhaus gezeigte Vielfalt folgen hier zwei Beispiele
(Bild 3 bis Bild 6):

Hummel-Ragwurz 1

Bild 3: Derzeit im Alpinenhaus zu sehen ist eine auch bei uns heimische Erdorchidee, die Hummel-Ragwurz, Ophrys holoserica, Familie Orchidaceae (Orchideengewächse). Alle heimischen Orchideen stehen unter Naturschutz!

Hummel-Ragwurz 2

Bild 4: Hummel-Ragwurz, Ophrys holoserica, Familie Orchidaceae (Orchideengewächse).
Beachten Sie bitte auch die Sonderausstellung Neues FensterHeimische Orchideen im Museum Mensch und Natur!

Aus dem südlichen Südamerika, genauer aus Patagonien, stammt diese kleinwüchsige Pflanze, die zur Familie der Alstroemeriaceae zählt. Dem einen oder anderen sind nahe Verwandte dieser Pflanze sicherlich als Schnittblumen oder Topf- und Gartenpflanzen ein Begriff. Es handelt sich um die Gattung Alstroemeria, im Deutschen auch Inkalilie genannt.

Alstroemeria patagonica 1

Bild 5: Alstroemeria patagonica (Alstroemeriaceae)

Alstroemeria patagonica 2

Bild 6: Alstroemeria patagonica (Alstroemeriaceae)

Der 3000-Schritte-Spaziergang führt weiter an der Westseite des Gartens entlang zum Hortus conclusus, eines auf der Chelsea Flower Show 2004 preisgekrönten Rosengartens des englischen Gartenarchitekten Christopher Bradley-Hole.

Hortus conclusus

Bild 7: Der Hortus conclusus wurde als Ausstellungsbeitrag im Auftrag Seiner Hoheit, Scheich Zayed Bin Sultan An-Nahyan, des am 2. November 2004 verstorbenen Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, gestaltet.

Dann führt der Spaziergang zum oberhalb des Hortus conclusus gelegenen Irisgarten. Die Bilder 8 bis 11 vermitteln einen Eindruck von der derzeitigen Blütenpracht:

Irisgarten 1

Bild 8: Der in voller Blüte stehende Irisgarten zeigt eine überwältigende Fülle an wunderschön gefärbten Garteniris-Sorten. Der deutsche Name der Gattung Iris ist Schwertlilie, der Familienname heißt Iridaceae, Schwertliliengewächse.

Irisgarten 2

Bild 9: Irisgarten

Irisgarten 3

Bild 10: Eine für Iris außergewöhnliche Blütenfarbe zeigt die einfarbige Iris-Hybride 'Ursula Vahl' aus der Barbata-Elatior-Gruppe.

Irisgarten 4

Bild 11: Viele Garteniris-Sorten faszinieren durch elegante oder ungewöhnliche Farbkombinationen. Abgebildet ist die Iris-Hybride 'Elizabeth Noble' aus der Barbata-Elatior-Gruppe.

Vom Irisgarten aus führt der Weg in das System. Das ist der Bereich des Gartens, in dem Pflanzen aus aller Welt in Beete gepflanzt sind, die "systematisch", also nach der Zugehörigkeit zu den Pflanzenfamilien angeordnet sind. Vom vorgezeichneten Weg durch das System kommt es beim Spaziergang sicherlich zu der einen oder anderen Abweichung, will man die derzeit schönsten Blüten betrachten.

Blick in das System

Bild 12: Blick in das System mit dem in der Mitte gelegenen Pavillon.

Im System

Bild 13: Von weitem erkennbar sind die Schilder, die den lateinischen Namen der Pflanzenfamilien tragen. Die auf der Abbildung gezeigten Plumbaginaceae heißen auf Deutsch Bleiwurzgewächse, die Chenopodiaceae sind die Gänsefußgewächse.

System: Caryophyllaceae

Bild 14: Wohlgeruch umgibt die Nelkengewächse, die Caryophyllaceae. Verantwortlich dafür ist die Garten-Nelke, Dianthus caryophyllus. Wild kommt sie in Südeuropa, in den Alpen und im Jura vor.

System: Deutzia

Bild 15: Zur Familie der Hydrangeaceae, der Hortensiengewächse, zählt die Gattung Deutzia. Fast alle ihrer 60 Arten sind in Ostasien bis zum Himalaja heimisch, zwei Arten kommen in Mexiko vor. Deutzien sind ihrer vielen weißen oder rosafarbenen Blüten wegen geschätzte Ziersträucher. Zu finden sind sie am östlichen Rand des Systems.

System: Cornus kousa 1

Bild 16: Ein Baum im südwestlichen Bereich des Systems fällt schon von weitem auf: er ist über und über von grünlich-weißen Blüten bedeckt. Die in Japan, Korea und China beheimatete Art ist mit unserem Blutroten Hartriegel, Cornus sanguinea, und der Kornelkirsche, Cornus mas, nah verwandt. Es handelt sich um Cornus kousa, den Scheinblüten-Hartriegel.

System: Cornus kousa 2

Bild 17: Der deutsche Name Scheinblüten-Hartriegel spiegelt wider, daß es sich gar nicht um echte Blüten handelt. Der Schaueffekt wird durch weißgefärbte Hochblätter erzeugt. Die eigentlichen Blüten sind klein und unauffällig; sie sind zu mehreren zu einem kugeligen Blütenstand vereinigt, der als Köpfchen in der Mitte der Hochblätter steht.

System: Cornus kousa 3

Bild 18: Nicht nur die Scheinblüten, auch die Rinde von Cornus kousa fällt auf. Die Gattung Cornus zählt zur Familie der Cornaceae, der Hartriegelgewächse.

Vom System führt der 3000-Schritte-Spaziergang in westlicher Richtung weiter in das Nutzpflanzenrevier. Gruppiert nach ihrer Verwendung sind hier sowohl allgemein bekannte als auch seltener gebräuchliche Nutzpflanzen ausgestellt. Der Rundgang führt unter anderem zu Küchenkräutern, Gemüse-, Salat-, Futter- und Färbepflanzen sowie zu den Heil- und Giftpflanzen.

Nutzpflanzenbereich

Bild 19: Der in seiner symmetrischen Anlage an einen alten Kräutergarten erinnernde Nutzpflanzenbereich wird von einem in den vier Haupthimmelsrichtungen liegenden Wegekreuz durchschnitten. Hier ein Blick auf den Nord-Süd-Weg.

Lactuca sativa var. capitata

Bild 20: Eine der bekanntesten und beliebtesten Nutzpflanzen ist der Salat, genauer der Kopf- oder Gartensalat, Lactuca sativa var. capitata. Er ist als Wildform unbekannt. Zu uns gelangte der Kopfsalat über die Römer etwa 800 n. Chr. Nach der Blattbeschaffenheit unterscheidet man zwei Zuchtrichtungen, den dünn- und weichblättrigen Buttersalat und den dickblättrigen, knackigen Eis- oder Krachsalat. Abgebildet sind Salatköpfe des Sortentyps Batavia, der eine Mittelstellung zwischen Eis- und Buttersalat einnimmt. Die Gattung Lactuca, auf Deutsch Lattich, zählt zur Familie der Korbblütler, der Asteraceae, syn. Compositae.

Chrysanthemum roseum

Bild 21: Ebenfalls zu den Asteraceae, den Korbblütlern, gehört Chrysanthemum roseum. Aus den attraktiven Blüten dieser Art wird ein bekanntes Insektizid gewonnen, das Pyrethrum.

Vom Nutzpflanzenrevier aus geht es weiter in den Rhododendronhain und von dort in die Farnschlucht zum Großen Teich. Die folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck von diesen schönen und - besonders an heißen Tagen wegen ihres Schattens - beliebten Gartenbereichen.

Die Eingangsrotunde zum Rhododendronhain

Bild 22: Die Eingangsrotunde zum Rhododendronhain

Im Rhododendronhain 1

Bild 23: Im Rhododendronhain. Etwa 800 Arten zählen zur Gattung Rhododendron. Sie sind insbesondere in Südchina und in der Himalajaregion beheimatet. Rhododendron-Hybriden gehören bei uns zu den beliebtesten Gartenziersträuchern.

Im Rhododendronhain 2

Bild 24: Im Rhododendronhain. Das Farbspektrum der Rhododendronblüten umfaßt Weiß-, Gelb-, Rosa-, Rot- und Lilatöne. Die Gattung Rhododendron zählt zur Familie der Ericaceae, zu den Heidekrautgewächsen.

Rhododendron yakushimanum 1

Bild 25: Neben zahlreichen Hybridsorten finden sich im Rhododendronhain auch blühfreudige Wildarten, wie z. B. Rhododendron yakushimanum, die Yakushima-Alpenrose. Sie stammt aus Süd-Japan.

Rhododendron yakushimanum 2

Bild 26: Rhododendron yakushimanum

Blick in den Rhodendronhain

Bild 27: Ein weiterer Blick in den Rhodendronhain

Farnschlucht 1

Bild 28: Die Farnschlucht beherbergt schattenliebende Pflanzen und, wie der Name schon sagt, zahlreiche Farne.

Farnschlucht 2

Bild 29: In der Farnschlucht

Verläßt man die Farnschlucht, so gelangt man nach wenigen Schritten zum Großen Teich. An seiner Nordseite befindet sich das Alpinum.

Blick zum Alpinum

Bild 30: Blick über den Großen Teich zum Alpinum

Am Südrand des Teiches führt der 3000-Schritte-Spaziergang vorbei an Lohwald und Heide zur "Arktis". Hier sind rund um einen kleinen Teich, den einige Frösche zu ihrer Heimat erkoren haben, Pflanzen aus der arktischen Klimazone gepflanzt. Von der Arktis aus geht es weiter ins Arboretum, dem Teil des Gartens, der den Bäumen (lat. arbor = Baum) gewidmet ist.

Gartenbereich Arktis

Bild 31: Zwischenhalt im Gartenbereich "Arktis"

In der Nähe der "Arktis", am Eingangsbereich des Arboretums, steht ein kleiner, prächtig blühender Baum, der den 3000-Schritte-Spaziergängerinnen und Spaziergängern bekannt vorkommen sollte. Sie haben ihn bereits im System kennengelernt:

Cornus kousa

Bild 32: Die blütenblattartigen, weißen Hochblätter von Cornus kousa, des Scheinblüten-Hartriegels, hier an seinem Standort im Arboretum

Ginkgo biloba

Bild 33: Ein Baum, der dem Gartenpublikum wohlbekannt ist, ist der unweit der "Arktis" stehende große Gingkobaum, Ginkgo biloba. Er zählt zu den Nacktsamern und gehört damit in die Verwandtschaft der Nadelbäume.

Im Arboretum

Bild 34: Größtenteils systematisch nach Gattungen und Pflanzenfamilien geordnet, stehen im Arboretum Gehölze aus den gemäßigten Zonen der Welt, insbesondere aus Europa, Nordamerika und Asien.

Wiese im Arboretum

Bild 35: Auf den Wiesen im Arboretum finden sich viele heimische Gräser und Kräuter. Sitzbänke laden zum Ausruhen ein.

Nach dem Rundgang durch das Arboretum nähert sich unser 3000-Schritte-Spaziergang dem Alpinum. Dort sind winterharte Pflanzen aus den Gebirgsregionen der ganzen Welt ausgestellt.

Ein Weg zum Alpinum

Bild 36: Ein Weg, der auf das bei der Anlage des Botanischen Gartens künstlich aufgeschüttete Alpinum führt.

Genista radiata

Bild 37: Am Südrand des Alpinums stehen zahlreiche gelbblühende Ginstersträucher. Abgebildet ist Genista radiata, der Kugel-Ginster. Er kommt im südlichen und südöstlichen Europa vor. Ginster zählen zur Familie der Schmetterlingsblütler, der Fabaceae, syn. Papilionaceae.

Euphorbia griffithii 1

Bild 38: Aus dem Himalaja stammt diese zierliche Pflanze auf der Südostseite des Alpinums. Es handelt sich um Griffiths Wolfsmilch, Euphorbia griffithii, aus der Familie der Euphorbiaceae, der Wolfsmilchgewächse. Hier sehen wir wieder Scheinblüten; der Schaueffekt wird durch die orange gefärbten Hochblätter erzielt, die Blüten selbst sind sehr klein.

Euphorbia griffithii 2

Bild 39: Griffiths Wolfsmilch, Euphorbia griffithii (Euphorbiaceae)

Nach dem Überqueren des Alpinums geht es durch das Arboretum in den Schmuckhof. Dort werden - je nach Jahreszeit wechselnd - Gartenzierpflanzen, wie Tulpen, Narzissen, Stiefmütterchen, Blumenrohr, Dahlien, Fuchsien und anderes mehr, ausgestellt.

Blauer Papagei

Bild 40: Den westlichen Zugang zum Schmuckhof bewacht der blaue Papagei des Künstlers Joseph Wackerle aus der Nymphenburger Porzellanmanufaktur.

Blick über den Schmuckhof zum Gewächshaus

Bild 41: Blick über den Schmuckhof von der Westseite nach Osten zum Gewächshaus.

Nach einer Runde durch den Schmuckhof geht es im letzten Teil des 3000-Schritte-Spaziergangs zur Ökologischen Abteilung. Der Spaziergang endet am Café.

Papaver orientale

Bild 42: Rot leuchtet der Türken-Mohn, Papaver orientale, Familie Papaveraceae, Mohngewächse. Im Hintergrund das Café, der Endpunkt unseres 3000-Schritte-Spaziergangs.

 

Liebe Besucherinnen und Besucher,

wir hoffen, daß Ihnen dieser 3000-Schritte-Spaziergang Spaß gemacht hat. Wenn Sie Lust haben, dann entwerfen Sie doch Ihren ganz persönlichen 3000-Schritte-Lieblingsspaziergang im Botanischen Garten!

Erzählen Sie uns, welche Bereiche Sie bei Ihrem eigenen Spaziergang am liebsten besuchen und welche Pflanzen zu Ihren Lieblingen gehören.

Schreiben Sie uns auf dem Postweg:

Botanischer Garten München-Nymphenburg
Stichwort "3000 Schritte"
Menzinger Str. 65
80638 München

Oder senden Sie uns ein E-Mail mit dem Betreff "3000 Schritte": bayer@botmuc.de

Wir freuen uns auf Ihre Nachrichten.

Ihr Botanischer Garten München-Nymphenburg

 

 

Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg

Aufnahmedatum: 8. Juni 2006

Text: Ehrentraud Bayer

Redaktion und Internet-Aufbereitung: Ludwig Johannes Geppert

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