Markus Schlee 'Nymphäum'
10. Juli – 10. Oktober 2010
Installation im Freiland des Botanischen Gartens München-Nymphenburg

An einem verwunschenen Ort hinter dem Alpinum des Botanischen Gartens liegt,
zwischen alten Eichen und Weiden versteckt, ein kleiner Weiher. Fast auf
der Wasseroberfläche schwebend erhebt sich zwischen den Seerosenblättern
eine filigrane Konstruktion aus Schilfrohr, aus der sich ein trichterförmiger
Wasserstrahl ergießt.
Mit seinem Werk 'Nymphäum' will der Künstler Markus Schlee einen nur gedanklich
zugänglichen Raum, ein Reservat für Träume, schaffen. Rom ist hier seine große
Inspiration: die im antiken Rom inszenierten Orte, meist Grotten mit Wasserspielen,
in denen die Anwesenheit weiblicher Traumwesen vermittelt werden sollte; die
Bauruine des Gasometers (dessen Konstruktionsprinzip von Markus Schlee
übernommen wird) als fester Bestandteil der Stadtsilhouette; das römische
Schilfrohr, in dessen Schatten sich die Faune Böcklins tummeln und aus
welchem sich Pan seine Flöte herstellte.
Formal vereinigen sich in der Installation die leichte, transparente Grundform
des Schilfrohrs und die klar heraustretende, abstrakte Trichterform, die das
Wasser zeichnet. Diese Skulptur, die nur durch Bewegung sichtbar wird, entspricht
der vorgestellten Gegenwart der Nymphen, die sich jedoch, will man sie fassen,
dem Zugriff entziehen.
Markus Schlee (*1961) lebt und arbeitet in München und Rom.
Einladung zur Vernissage
Freitag, 9. Juli 2010 um 19:15 Uhr
am Weiherrand am Alpinum des Botanischen Gartens