Yunnan, Sichuan
Biologische und kulturelle Vielfalt in Südwest-China
17. Juli – 12. September 2010
Ausstellungsdaten
Ausstellung in der Winterhalle
des Botanischen Gartens München-Nymphenburg
Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Winterhalle ist im Juli/August von 9 bis 18:30 Uhr,
im September von 9 bis 17:30 Uhr geöffnet.
Das Freiland des Gartens ist am Abend eine halbe Stunde länger geöffnet.
Ort der Ausstellung
Botanischer Garten München-Nymphenburg, Winterhalle und Freiland
Menzinger Str. 65, 80638 München (Haupteingang)
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Erreichbar mit Trambahn Linie 17 und mit Bus 143, Haltestelle: Botanischer Garten
Eintrittspreis Tageskarte
Erwachsene 5 €, ermäßigt 3,50 €
Kinder bis zu 12 Jahren haben freien Eintritt, Zutritt jedoch nur in Begleitung Erwachsener.
Im Eintrittspreis enthalten ist der Gartenbesuch einschließlich der Gewächshäuser und der
Ausstellung sowie alle Führungen und sonstigen Veranstaltungen, soweit nicht anders angegeben.
Ausstellung (u.a.)
• Illustrierte Informationsfahnen (Leihgaben des Palmengartens Frankfurt/Main)
• Objekte aus dem Holz des Urweltmammutbaums und anderer chinesischer Baum-Arten des Holzkünstlers Volkmar Zimmer, Germering b. München
• Fotografien von Pflanzenarten aus Yunnan und Sichuan (Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg)
• Leihgaben des Staatlichen Museums für Völkerkunde
Pflanzen aus Yunnan und Sichuan
Auf Pflanzen aus Südwest-China im Bestand des Botanischen Gartens München-Nymphenburg
wird besonders hingewiesen. In der Nutzpflanzen-Abteilung wird u.a. eine Auswahl an
chinesischen Heilpflanzen gezeigt, die in Bayern kultiviert werden. (Bayerische Landesanstalt
für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Freising)
Begleitheft
Das Begleitheft zur Ausstellung (Sonderheft 41 des Palmengartens Frankfurt) ist zum Preis
von 8 € am Stand des Botanischen Gartens in der Winterhalle erhältlich.
Mit Unterstützung oder weiteren Leihgaben von:
Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Chinesisches Sprach- & Kulturinstitut München (Confucius Class Munich)
Generalkonsulat der VR China in München
Akademie der Chinesischen Bunten Blätter
Deutsch-Chinesische Gesellschaft München (DCGM)
Staatliches Museum für Völkerkunde München
Wunderlichs Apotheke, München
Dr. Carl-Hermann Hempen, München
GARTALERIE, Kerstin Frohnholzer
Begleitprogramm zur Ausstellung
Yunnan, Sichuan
Die beiden Provinzen Yunnan und Sichuan im Südwesten Chinas zählen zu den in mehrerlei
Hinsicht vielfältigsten Gegenden Chinas. Sie gelten als Zentren der biologischen Vielfalt.
Von den etwa 30.000 verschiedenen Pflanzenarten, die in China beheimatet sind, findet sich
mehr als die Hälfte allein in der Provinz Yunnan.
15.000 Pflanzenarten! – Das ist das Dreifache der Artenvielfalt von ganz Europa!
Nicht nur in botanischer Hinsicht sind die beiden Provinzen äußerst interessant, denn
zahlreiche seltene Tierarten sind dort beheimatet, etwa der Pandabär, das nationale Symbol
Chinas oder die Stumpfnasenaffen und Schwarzhalskraniche, ferner finden sich im Gebiet
lebende Fossilien, wie etwa der erst im 20. Jahrhundert entdeckte Urweltmammutbaum
(Metasequoia glybtostroboides). Die Provinzen, insbesondere Yunnan, sind auch
die Heimat einer Vielzahl von ethnischen Gruppen. Allein 25 verschiedene Volksgruppen leben
in Yunnan und bereichern mit der Farbenpracht ihrer Trachten und mit ihren traditionellen
Tänzen und Liedern das Leben in den Städten und Dörfern.
In der Ausstellung „Yunnan, Sichuan – Biologische und kulturelle Vielfalt in Südwest-China“
im Botanischen Garten München-Nymphenburg wird die Einzigartigkeit dieser beiden Provinzen,
insbesondere der Provinz Yunnan, vorgestellt. Auf illustrierten Informationsbannern (Leihgabe
des Palmengartens Frankfurt) werden unterschiedliche Themenkreise veranschaulicht, so etwa
chinesische Heil-, Ritual-, Symbol- und Zierpflanzen, Gärten, Heilige Wälder, Wildgemüse,
Reis, Tee und die Kunst der Papierherstellung. Durch korrespondierende Ausstellungsobjekte,
Pflanzen und anschauliche Bildfahnen wird das Bild der Ausstellung abgerundet.
Ein Vergnügen für Kinder wird es sein die längs durch die Winterhalle verlegte chinesische
Holzbrücke zu begehen, die zum Garten mit chinesischen Pflanzen führt. Sie verläuft nämlich
nicht geradlinig, sondern im Zickzack – und das mit gutem Grund: denn böse Geister, so glaubt
man in China, können nur geradeaus fliegen und werden so vom Eindringen abgehalten.
Begleitend zur Ausstellung wird im Freiland und Gewächshaus ein Rundgang ausgeschildert,
der zu Pflanzen führt, deren Heimat in Yunnan oder Sichuan liegt. Im Nutzpflanzenbereich
wird aus der traditionellen chinesischen Medizin eine Gruppe von Heilpflanzen (TCM) gezeigt,
die in Bayern angebaut werden (LfL).
Die gesamte Ausstellungsdauer über werden Führungen und Aktionen angeboten werden, darunter in
Kooperation mit dem Chinesischen Sprach- und Kulturinstitut München – auch Führungen in
chinesischer Sprache und im September auch eine Tai-Chi-Vorführung zum Mitmachen.
Erste Eindrücke aus der Ausstellung

Gegen böse Geister, die im Zickzack verlaufende begehbare Brücke.
Dämonen können, so weiß man in China, nur geradeaus fliegen und werden
durch geschwungene oder kurvige Wegführung vom Eindringen abgehalten.

Die Brücke führt über ein kleines Reisfeld.

Handgearbeitete Taschen aus Yunnan

Blick in den chinesischen Garten mit Bambus und verschiedenen
Pflanzenarten, die aus China stammen oder dort verwendet werden.

Hölzernes Fenstergitter, wie es in Yunnan verwendet wird

Mandarin-Rose (Rosa moyesii) aus Sichuan
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Fotos: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg