Agave victoria-reginae

Typischerweise bilden Agaven mächtige Rosetten aus derben, faserreichen Blättern, in denen Wasser gespeichert wird. Agave victoria-reginae gehört zu den kleinwüchsigen und schönsten Arten der Gattung. Die große Nachfrage bei Pflanzenliebhabern hat dazu geführt, dass diese Agave in ihrem natürlichen Lebensraum, einem kleinen Gebiet im nördlichen Mexiko, fast ausgerottet wurde.

Auf der anderen Seite gibt es Agavenarten, deren weitere Ausbreitung nur schwer aufzuhalten ist. Auf einer Urlaubsreise an das Mittelmeer ist Ihnen bestimmt schon einmal Agave americana, die so genannte Jahrhundertpflanze, aufgefallen, Ihre Blütenstände erreichen Höhe von 5 bis 8 m. Sie stammt, wie alle anderen Agaven, aus Amerika, und wurde als Zierpflanze im 16. Jahrhundert eingeführt. Seitdem hat sie sich im gesamten Mittelmeerraum ausgebreitet und ist kaum noch zu kontrollieren.

Den Namen „Jahrhundertpflanze“ trägt sie, weil der Irrglauben herrscht, dass sie erst hundertjährig zur Blüte kommt. Tatsächlich erreicht sie die Blühreife mit 10 – 20 Jahren. Typisch für alle Agaven ist, dass eine Einzelrosette nach der Blüte abstirbt. Die gesamte Pflanze stirbt aber in der Regel nicht ab, da sich an der Basis Tochterrosetten entwickeln. Agave americana zeigt eine sehr ausgeprägte Kindelbildung. Agave victoria-reginae dagegen entwickelt selten Tochterrosetten. Sie vermehrt sich überwiegend über ihre Samen.



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Agave victoria-reginae (MP3, 692 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg