Cecropia: Ameisen-Symbiose

Cecropien wie diese sind rasch wachsende Pionierpflanzen aus den Tropen Lateinamerikas. Entsteht eine Lichtung, zum Beispiel durch den Fall eines Urwaldriesen, sind sie die Ersten, welche die frei gewordene Fläche besiedeln. Um den freien Platz konkurrieren natürlich viele Pflanzen. Einen Vorsprung verschaffen sich die Cecropien dadurch, dass sie Symbiosen mit Ameisen eingehen.

Ihre hohlen Stämme, die ähnlich wie Bambus gekammert sind, werden von den Ameisen als Wohnraum genutzt. Als Eingangspforten hat die Cecropie kleine dünnwandige Perforationsstellen angelegt, die von den Ameisen bei der Besiedlung durchnagt werden. Die Cecropien bieten ihren Partnern aber nicht nur Schutz und Behausung. Zusätzlich stellt die Pflanze eiweißreiche Futterkörperchen zur Verfügung, die eifrig von den Ameisen eingesammelt werden. Hier im Gewächshaus können Sie diese Bereiche der Pflanze als deutlich abgegrenzte, hell gefärbte Erhebungen unterhalb der Blattansätze erkennen.

Was ist nun der Vorteil für die Cecropie?
Bei den Ameisen, die Cecropien besiedeln, handelt es sich um sehr aggressive, bissige Arten, die ihre Behausung vehement verteidigen. Der Vorteil ist augenscheinlich: kaum ein Fraßfeind wagt sich an die Blätter und die Cecropie kann ungebremst in die Höhe wachsen. Interessant ist aber, dass es auch hier Ausnahmen gibt. Faultiere lassen sich von den Ameisen nicht abschrecken und Cecropienblätter zählen zu ihrer Lieblingsnahrung.



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Cecropia: Ameisen-Symbiose (MP3, 693 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg