Howea forsteriana: Inselendemismus

Haben sie schon einmal von den Lord-Howe-Inseln gehört? Wohl kaum. Sie liegen einsam im Pazifik, über 500 km von der australischen Küste entfernt. Solch eine Isolation hat dazu geführt, dass sich eine sehr eigenständige Flora entwickeln konnte. Die Palme Howea forsteriana, die Sie hier sehen, kommt ursprünglich ausschließlich dort vor und sonst nirgends auf der Welt. Diese Ausschließlichkeit trifft auf fast die Hälfte der Pflanzenarten auf den Lord-Howe-Inseln zu. Sie sind endemisch für dieses Gebiet, das heißt: nur dort verbreitet.

Inselendemiten wie die Howea sind einem hohen Aussterberisiko ausgesetzt. Besonders weil durch den Menschen fremde Tiere und Pflanzen, bewusst oder unbewusst, eingeführt werden. So stehen auf den Lord-Howe-Inseln den 240 einheimischen Pflanzenarten bereits 160 gegenüber, die sich seit der Entdeckung der Inseln vor gut 200 Jahren ausbreiten. Hinzu kommen eingeschleppte bzw. verwilderte Tiere. So haben Ratten und Ziegen auf vielen Inseln dafür gesorgt, dass so manche Pflanzenart ausgestorben ist. Die Howea-Palmen kämpfen insbesondere mit den Ratten, die ihre Samen und Jungpflanzen fressen. Aber noch sind die natürlichen Bestände von Howea sehr groß, weshalb sie aktuell nicht vom Aussterben bedroht ist.



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Howea forsteriana: Inselendemismus (MP3, 648 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Andreas Gröger, Botanischer Garten München-Nymphenburg