Orchideen: Samenvermehrung

Orchideen entwickeln wie viele andere in Baumkronen siedelnde Pflanzen flugfähige Samen. Eine einzige Kapsel kann über 2 Millionen staubfeine Samen enthalten. Warum sind dann Orchideen in der Natur nur so selten anzutreffen?

Die Mutterpflanze erzeugt zwar große Mengen an Samen, gibt ihnen aber keinen Reiseproviant mit auf den Weg. Der Same besteht fast nur aus dem Embryo und wenig Nährgewebe. Landet der Orchideensame auf einem Trägerbaum, so bleibt er zunächst haften. Auf der Rindenoberfläche wachsende Pilzfäden dringen in den Samen ein. Nun passiert etwas ungewöhnliches: der Orchideenkeimling löst die Pilzfäden auf und verdaut sie. Damit hat er eine Nährstoffquelle, um heranzuwachsen. Ohne den Pilz kann die Orchidee nicht keimen. Später aber bildet sie grüne Blätter und wird somit vom Pilz unabhängig.
Der Orchideensame muss also auf einen geeigneten Trägerbaum und den richtigen Pilz treffen. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Keimung sind somit sehr eingeschränkt, daher die großen Samenmengen.



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Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg