Nelumbo nucifera: Selbstreinigung (Lotuseffekt)

Pflanzen können sich, im Gegensatz zu den meisten Tieren nicht aktiv putzen. Sie haben andere Mechanismen entwickelt, um ihre Blattoberflächen passiv von Krankheitserregern und sonstigen Verunreinigungen zu säubern.

Die Blätter vieler Pflanzen weisen eine matte Oberfläche auf, was an dieser Indischen Lotusblume besonders gut zu erkennen ist. Es handelt sich dabei um einen Überzug aus mikroskopisch kleinen, regelmäßig angeordneten Wachs-Noppen. Die Blätter werden dadurch unbenetzbar; Wasser läuft in Form von kugeligen Tropfen ab. Auch Schmutzpartikel oder Pilzsporen haften schlecht auf solchen Oberflächen. Rollt ein Wassertropfen vorüber, so bleiben Verunreinigungen an ihm hängen und werden mit ihm abtransportiert. Lotusblätter bleiben deshalb bei regelmäßiger Beregnung absolut sauber.

Die moderne Technik hat sich hier die Natur zum Vorbild genommen. Bis vor kurzem ging man davon aus, dass eine Oberfläche möglichst glatt sein muss, um sauber zu bleiben. Von der Natur hat man gelernt, dass selbstreinigende Oberflächen „mikroskopisch rauh“ und dadurch matt sind. Es ist mittlerweile gelungen, diese Feinstrukturen in Glasuren und Kunststoffüberzügen zu imitieren. In der Praxis wird der sogenannte Lotus-Effekt bereits in Produkten wie Dachziegeln und Fassadenfarben eingesetzt.



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Nelumbo nucifera: Selbstreinigung (Lotuseffekt) (MP3, 618 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Andreas Gröger, Botanischer Garten München-Nymphenburg