Einführung: Konzept des Wasserpflanzenhauses

Die meisten tropischen Wasserpflanzen leben nicht ständig untergetaucht, sondern sind an wechselnde Wasserstände angepasst. In der Regenzeit befinden sie sich komplett unter dem Wasserspiegel. Mit sinkendem Pegel während der Trockenzeit gelangen sie über die Wasseroberfläche. In diese Phase fällt bei den meisten Wasserpflanzen die Blütezeit. Es gibt nur sehr wenige Pflanzen, die unter Wasser blühen. Das hängt mit der ungerichteten Bestäubung durch das Wasser zusammen. Blüten, die sich über dem Wasser öffnen, werden meist von Insekten bestäubt. Durch sie wird der Pollen zielgerichtet von Blüte zu Blüte transportiert. Wohin das Wasser den Pollen trägt, ist dagegen völlig ungerichtet.

Das Wasserpflanzenhaus ist so angelegt, dass in den Aquarien die Pflanzen untergetaucht präsentiert werden. In den gegenüberliegenden Randbecken ist ihre Erscheinungsform über dem Wasser zu sehen. Achten Sie darauf, dass die Unterwasserblätter, um den Strömungswiderstand herabzusetzen, oft fein zerschlitzt sind. Die Überwasserblätter der gleichen Art sind meist ganzrandig oder zumindest weniger zerteilt.
In den Aquarien sind kaum Blüten zu entdecken. In den Sumpfbecken dagegen demonstrieren unsere Wasserpflanzen ganz augenscheinlich ihre Zugehörigkeit zur Gruppe der Blütenpflanzen.



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Einführung: Konzept des Wasserpflanzenhauses (MP3, 636 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg