Monstera: Hemi-Epiphyt

Wegen der typischen Perforation der Blattflächen wird Monstera im Deutschen auch als „Fensterblatt“ bezeichnet. Es werden mehr als 20 Monstera-Arten unterschieden, die als Halb-Epiphyten in den amerikanischen Regenwäldern wachsen.

Was ist ein Halb-Epiphyt?
Es handelt sich um Pflanzen, die nicht ihr komplettes Leben in den Baumkronen verbringen. Ihre Samen keimen am Waldboden und begeben sich auf die Suche nach einem Trägerbaum. Dazu bilden sich lange, beschuppte Ausläufer, die über den Waldboden kriechen. Wenn der Ausläufer einen Trägerbaum erreicht hat, entwickeln sich die ersten richtigen Blätter. Beim Emporklettern bildet Monstera zwei Wurzeltypen. Kurze Haftwurzeln, mit denen sich die Pflanze festklammert, und lange Luftwurzeln, die herabhängen und enorme Wuchsleistung zeigen. Über sie kann Monstera selbst in über 30 Meter Höhe den Boden erreichen und sich so mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Der untere Teil der Pflanze, der vom Waldboden am Stamm emporgeklettert ist, ist in diesem Lebensabschnitt schon längst abgestorben. Aus der Liane ist ein Epiphyt geworden.



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Monstera: Hemi-Epiphyt (MP3, 515 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Andreas Gröger, Botanischer Garten München-Nymphenburg