Myrmecodia: Ameisensymbiose

Tropische Regenwälder zählen zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften der Erde. Auch an Ameisen finden sich hier unzählige Arten, von denen die meisten auf Bäumen leben. Entsprechend umkämpft sind Wohnräume, in denen sie ihre Brut aufziehen können. Verschiedene Pflanzen bieten gezielt Hohlräume und zum Teil auch Nahrung für Ameisen an.

Zu diesen Ameisenpflanzen zählt auch Myrmecodia. An der Basis ihrer Stämmchen erkennt man eine knollenartige Verdickung. Sie ist von einem labyrinthartigen System von Gängen und Kammern durchzogen, das in freier Natur rasch von Ameisen besiedelt wird. Die Ameisen tragen organisches Material ein und hinterlassen ihre Exkremente – alles wertvollste Pflanzennährstoffe, durch die Myrmecodia einen wichtigen Vorsprung gegenüber anderen Epiphyten erhält. Da Epiphyten auf Bäumen leben, sind sie auf solch ungewöhnliche Arten der Nährstoffversorgung angewiesen. Das Zusammenleben von Myrmecodia und Ameisen ist somit zum wechselseitigen Nutzen – eine klassische Symbiose, in der beide Partner profitieren.



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Myrmecodia: Ameisensymbiose (MP3, 538 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Andreas Gröger, Botanischer Garten München-Nymphenburg