Cycas revoluta, C. circinalis: Cycadeen als Nutzpflanzen

Viele ältere unter Ihnen werden sich noch an die konischen Messbecher aus Blech im Küchenbereich erinnern. Dort gab es eine eigene Skala für „Gries, Sago und Rosinen“. Als Kind fragte ich mich immer, was wohl Sago bedeute.

Sago ist eine körnige, granulierte Speisestärke, die aus dem Mark von Stämmen der Palmengattung Metroxylon gewonnen wird. Neben diesem sogenannten „echten Sago“ gibt es noch „falschen Sago“. Er wird aus den Stämmen von verschiedenen Cycas-Arten gewonnen, wie sie hier im Haus wachsen. Cycadeen legen nämlich ebenfalls einen Stärkespeicher im Stamm an. Allerdings sind alle Cycadeen giftig, weshalb die gewonnene Stärke erst aufwändig ausgelaugt und geröstet werden muss.

Das gleiche gilt auch für die stärkereichen Samen der Cycadeen. Manche von ihnen sind so giftig, dass sie als Rattengift eingesetzt werden. Obwohl sie erst nach langwierigen Prozeduren für den Menschen essbar werden, wurden sie in verschiedenen Regionen traditionell genutzt. Für die Aborigines beispielsweise, die Ureinwohner Australiens, waren Cycadeen-Samen ein ganz wichtige Kohlehydratquelle.



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Cycas revoluta, C. circinalis: Cycadeen als Nutzpflanzen (MP3, 563 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Günter Gerlach, Botanischer Garten München-Nymphenburg