Cistus: Zistrose

Im Mittelmeergebiet bis hin zum südlichen Kaukasus und auf den Kanarischen Inseln sind die Zistrosen beheimatet. Es sind immergrüne, drüsig behaarte Sträucher, die gern auf felsigem Untergrund gedeihen. Die Blüten, die oft etwas verknittert aussehen, erinnern an Heckenrosen. Meist fallen die weiß oder rosa gefärbten Blütenblätter innerhalb eines Tages ab.

Zistrosen enthalten ein aromatisches Harz, das bereits im Altertum gewonnen wurde. Genutzt wurden vor allem die hier gezeigte Spanische Zistrose, Cistus ladanifer und die rosa blühende Graubehaarte Zistrose, Cistus incanus, die Sie ebenfalls hier im Haus finden.
Beide liefern ein wohlriechendes, dunkel gefärbtes Harz, das sogenannte Ladanum. Es wird heute vor allem in der Parfümerie und der Seifenherstelllung eingesetzt, um Duftstoffe zu binden. In früheren Zeiten galt Ladanum als vielseitiges Heilmittel. Man stellte daraus Wundpflaster her und nutzte das Harz äußerlich gegen Rheumatismus. Innerlich angewendet sollte es krampflösend und gegen Magengeschwüre wirken. Heute finden Zistrosen-Extrakte vor allem Verwendung zur Stärkung des Immunsystems.
Äußerst kurios ist die Art, wie das Harz früher gewonnen wurde. Man trieb eine Ziegenherde in die dichten Cistrosengebüsche und erntete später das in den Haaren klebende Harz durch Auskämmen der Ziegenbärte. Heute gewinnt man das Ladanum durch Lösungsmittelextraktion oder indem man junge Zweige in kochendes Wasser gibt und das aufschwimmende Harz abschöpft.



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Cistus: Zistrose (MP3, 794 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg