Camellia sinensis: Teestrauch

Im Hochland Südostasiens, genauer in Assam und Hinterindien, liegt die Heimat des Teestrauchs. Er wird schon seit altersher in China und seit über 1.000 Jahren in Japan kultiviert. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts verbreitete sich die Sitte des Teetrinkens auch außerhalb Asiens. Heute ist der Teestrauch eine Weltwirtschaftspflanze.

Genutzt wird der Teestrauch wegen der Inhaltsstoffe seiner Blätter. Diese enthalten die drei anregend wirkenden Alkaloide Coffein, Theobromin und Theophyllin. Man vermutet, dass es Mönche gewesen sein könnten, die bei kultischen Nachtwachen die anregende Wirkung der Tee-Blätter bemerkten.

Ein weiterer Bestandteil der Teeblätter ist die Aminosäure Theanin, die neben den ätherischen Ölen an der Aromabildung beteiligt ist und zur nervenberuhigenden Wirkung des Tees beiträgt.

Zur Herstellung von Schwarzem Tee lässt man die Blätter an der Luft welken und rollt sie dann. Beim anschließenden Fermentationsprozess entstehen die charakteristischen Aromastoffe und die rotbraune Farbe des Schwarztees.

In Europa überwiegt die Verwendung von Schwarzem Tee, in Japan und China bevorzugt man seit jeher Grünen Tee. Diesen erhält man durch Welken der Blätter in heißem Wasserdampf oder durch Erhitzen in Pfannen über offenem Feuer. Nach dem Rollen ist der Tee gebrauchsfertig. Da der Fermentationsprozess fehlt, färben sich die Blätter nicht rotbraun, sondern bleiben grün. Der heutige Brauch des Teetrinkens entstand zwischen 600 und 900 n. Chr. in China. Vorher nahm man die Blätter in Form einer breiartigen Suppe zu sich.



Audiodatei-Download
Camellia sinensis: Teestrauch (MP3, 835 KB)

Audioproduktion und Copyright: Soundgarden Audioguidance GmbH
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg