„Es tut sich etwas im Botanischen Garten München – und Sie können dabei sein.“

Unter diesem Motto startete am 1. März eine Spendenaktion, um die Ziervasen, die 1914 das Dach des Hauptgebäudes des Botanischen Gartens zierten, historisch-getreu zu rekonstruieren.




Als am 10. Mai 1914, natürlich ein Sonntag, der Botanische Garten München-Nymphenburg eröffnet wurde, damals noch als „Königlich Botanischer Garten“, war das Ensemble aus Gartenanlage und Botanischem Institut der Ludwig-Maximilians-Universität das Ergebnis eines der letzten großen Bauvorhaben der bayerischen Monarchie. In Formensprache und Zweckbestimmung bezeugt es jene Mischung von Traditionalismus der Lebensart und Modernität in Künsten und Wissenschaften, welche damals vom Königshause und der Regierung gezielt gefördert wurde.


1916, Nordseite mit Vasen und Sphingen
Die Attika-Bekrönung des Botanischen Instituts bestand aus vier Dachvasen nördlich zur Menzinger Straße und vier Vasen südlich zum Schmuckhof des Gartens.


Nordseite ohne Vasen
Die großen Sphingen aus Muschelkalk am Institutseingang, geschaffen vom Bildhauer Prof. Julius Seidler (1867 – 1936), und die 1,80 m hohen Dachziervasen, geschaffen von Sebastian Resch (1889 – 1962), passten inhaltlich in besonderer Weise auf ein der Botanik gewidmetes Gebäude. Die Vasen waren aus dem damals hoch aktuellen Kunststein gegossen, einer Art von Beton. Die Formen dafür kamen von der Münchner Kunststein­fabrik Leonhard Moll.

Die Dachvasen wurden 1955 oder 1956 entfernt, weil sie bröckelig geworden waren.

Der historisch korrekte Ersatz der Dachvasen wird von den zuständigen Denkmalschützern, dem Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, Dezernat Liegenschaften und Technik der Ludwig-Maximilians-Universität München und anderen Zuständigen inhaltlich unterstützt, jedoch hat die öffentliche Hand nur begrenzte Mittel.
Hier braucht der Botanische Garten das Engagement derer, die ihn lieben, auch Ihres. Jeder Euro zählt, denn gemeinsam geht mehr.

Spendenkonto

Empfänger:Münchener Universitätsgesellschaft e.V.
Bank:UniCredit Bank AG München
IBAN:DE74 7002 0270 5804 0026 36
BIC:HYVEDEMMXXX
Verwendungszweck:  Botanischer Garten - Vasen




1915, Südseite des Botanischen Instituts
Die Gestaltung der Dachvasen – ebenso wie die künstlerische Ausgestaltung aller Gebäude des Gartens – lag in den Händen namhafter Künstler. Zu nennen ist besonders das prächtige Mosaik im zentralen Treppenaufgang nach einem Entwurf von Julius Dietz (1870 – 1957), Professor an der Münchner Kunstgewerbeschule und Kunstakademie sowie Illustrator für die Zeitschrift „Jugend“ (Huber, 2004).


„Litteris et Floribus“ – der Wissenschaft und den Blumen

Text: Prof. Susanne S. Renner, Ludwig-Maximilians-Universität München
Farbfotos: Francesco Rizzato, München